Leseprobe (PDF Kinderbuch - Jugendbuch): 8- Vorweihnachtliche Bescherung

Kinderbuch Jugendbuch ebook als PDF, Mobi und ePub erhältlich.

Es ist Vorweihnachtszeit, die Straßen sind zugeschneit und der Tag scheint perfekt für einen Weihnachtsmarktbesuch. Ingo, Georg, Enzo und Lisa machen sich auf den Weg zum Schlossplatz, wo der Weihnachtsmarkt stattfindet. Dort angekommen muss Lisa feststellen, dass ihr Geldbeutel entwendet wurde.

 

Nach und nach werden immer mehr Weihnachtsmarktbesucher bestohlen und trotz aufmerksamer Beobachtungen können die Kinder keinen Verdächtigen finden.

 

Wie gelingt es dem Dieb, auf diese mysteriöse Weise ohne seine Anwesenheit an die Geldbörsen der Weihnachtsmarkbesucher zu gelangen?

Leseprobe

Ein ruhiger Vormittag

Georg Seifert stand an der Werkbank in der Garage und wachste seinen hölzernen Schlitten ein. Der Dreizehnjährige war für sein Alter sehr groß und wurde oft auf 19 geschätzt. Darauf war er stolz. Seine elfjährige Schwester Lisa und sein zwölfjähriger Bruder Ingo waren mehr als einen Kopf kleiner als er und so groß wie der italienische Junge Enzo aus der Nachbarschaft, der viel Zeit bei ihnen verbrachte, weil seine Eltern eine eigene Pizzeria betrieben und wenig Zeit für ihn hatten.

Georg nahm ein weiches Tuch und polierte das Holz des Schlittens glänzend. Obwohl es erst Mittag war und das Garagentor offenstand, herrschte eine unglaubliche Stille. Dafür war der Schnee verantwortlich, der den Schall dämpfte. Den ganzen Morgen schon nieselten dicke Flocken vom grauen Himmel herab und hatten die ganze Stadt Bad Bergzabern knöchelhoch mit Schnee bedeckt.

Georg stellte den gewachsten Schlitten in die Ecke, wo die Schlitten von Enzo, Ingo und Lisa standen, die er bereits gewachst hatte. Er drehte sich um und zuckte vor Schreck zusammen, als plötzlich ein sommersprossiges Mädchen mit blondem Pferdeschwanz vor ihm stand.

»Mensch, Lisa!«, fauchte Georg. »Hast du dich gerne so angeschlichen? «

Lisa lächelte verlegen. »Ja, tut mir leid. Die Langeweile hat mich dazu getrieben.«

»Langeweile?«, Georg runzelte die Stirn. »Ich dachte, du liegst auf deinem Bett und liest?«

»Da war ich auch, aber das Buch ist nun zu Ende gelesen und ich habe auch keine Lust mehr zum Lesen«, gestand Lisa. »Mir war so langweilig geworden. Du warst in der Garage, Ingo ist in seiner Pfadfindergruppe und Enzo ist auch nicht da.«


 

»Ach?«, sagte ein schwarz gelockter, molliger Junge, der am Garagentor stand. »Du hast mich vermisst?«

»Enzo!«, rief Lisa erfreut. »Wo warst du den ganzen Morgen?«

»Ich musste auf ein Paket warten und es in Empfang nehmen, weil doch meine Eltern in der Pizzeria heute die Gäste von diesem Reisebus erwarten«, erklärte Enzo.

Am Garagentor erschien ein Junge mit Brille. »Was ist denn hier los? Gibt es eine Versammlung?«

»Hallo, Ingo«, grüßten Lisa, Enzo und Georg wie aus einem Mund.

Ingo zeige auf die Schlitten in der Ecke. »Sein das unsere?«

»Na klar«, erwiderte Georg. »Ich habe sie vorbereitet, damit wir nachher keine Zeit verlieren und gleich nach dem Mittagessen Schlitten fahren können. Heute Nachmittag gehen wir dann wie besprochen zum Weihnachtsmarkt.«

Als hätten sie sich abgesprochen, rief die Mutter im selben Moment aus dem Haus. »Kinder, wo seid ihr? Kommt ihr zum Essen?«

»Wir sind in der Garage und kommen sofort, Frau Seifert«, rief Enzo.

So aßen die Kinder zu Mittag. Es gab heiße Erbsensuppe mit Würstchen. Genau das Richtige, bei solch einem kühlen Wetter, um sich aufzuwärmen. Nach dem Essen machten sie sich mit ihren Schlitten auf den Weg zum Wald. Sie kämpften sich durch den knöchelhohen Schnee am Waldrand entlang.

Georg zeigte auf einen abschüssigen Weg. »Das ist eine ideale Rodelbahn, Leute.«

Die Kinder trippelten herum, um den Schnee runterzutreten und arbeiteten sich bis nach oben zum Hügel durch.


 

Lisa warf sich auf den Schlitten. »Na los.« Sie sauste bis den steilen Weg hinunter und unten am Waldrand angekommen, überquerte sie den Weg und raste in die gegenüberliegende Wiese. Schneestaub wirbelte empor und Lisa war verschwunden.

Die Jungen hatten alles beobachtet und lachten herzhaft. Sie setzten sich auf ihre Schlitten und fuhren den Weg hinunter.

»Wo ist Lisa geblieben?«, lachte Enzo und blickte sich suchend um.

Lisa kam aus dem Schnee hervorgekrochen. »Das war die Wucht, Leute.«

Bis zum Nachmittag tollten sie herum, machten eine Schneeballschlacht und liefen unzählige Male mit dem Schlitten den Weg nach oben, um wieder herunterzufahren. Danach gingen sie nach Hause, zogen sich trockene Sachen an und machten sich wie geplant auf den Weg zum Weihnachtsmarkt.


 

Bad Bergzaberner Weihnachtsmarkt

Mit dicken, warmen Jacken und Strickmützen bekleidet, stapften Ingo, Georg, Enzo und Lisa über die festgetretene Schneedecke der belebten Fußgängerzone der Stadt Bad Bergzabern. Große glitzernde Schneeflocken rieselten vom silbergrauen Himmel herab. Funkelnde Lichterketten, bunt glänzende Girlanden und Weihnachtssterne aus Lichtern hingen über der Straße und zierten die weihnachtlich dekorierten Schaufenster. Ein Fernsehgerät im Schaufenster eines Textilladens erweckte Lisas Aufmerksamkeit. Sie blieb stehen und verfolgte den Werbefilm, der von Schuhen handelte.

»Komm jetzt, Lisa«, drängte Enzo. »Ich will endlich zum Weihnachtsmarkt.«

Sie befanden sich schon nahe am Weihnachtsmarkt und deshalb war die kühle Luft mit Düften von Lebkuchen, Zimtsternen und gebrannten Mandeln erfüllt. Enzo lief das Wasser im Mund zusammen und er konnte es fast nicht abwarten, bis sie endlich auf dem Weihnachtsmarkt am Schlossplatz ankommen würden.

Lisa winkte ab. »Ihr müsste nicht auf mich warten. Geht schon vor, ich hole euch locker wieder ein.«

Georg vergrub seine Hände tief in seinen Jackentaschen. »Aber sei vorsichtig bei dem Schnee, damit du nicht ausrutschst und hinfällst.«

Die Jungen liefen weiter, und als der Werbefilm zu Ende war, rannte Lisa ihnen hinterher. Bald hatte sie sie eingeholt. Sie bremste abrupt ab, rutschte aus, stürzte zu Boden und schlitterte an ihnen vorbei.

»Ich habe es dir gesagt, Lisa. Hast du dich verletzt?«, sorgte sich Georg und half ihr beim Aufstehen.

Enzo und Ingo starrten Lisa an. Erst als sie wieder auf den Füßen war und verlegen lächelte, brachen sie in Gelächter aus.


 

Enzo krümmte sich vor Lachen. »Du hast echt zu komisch ausgesehen, als du an uns vorbeigerutscht bist, Lisa.«

Ingo grinste breit. »Ja, du hast ausgesehen wie ein Bobfahrer.«

Georg musterte Lisa und lächelte amüsiert. »Das hast du nun davon. Hättest du auf mich gehört, wäre deine Hose jetzt nicht nass.«

»Ja, ich weiß, es war dumm von mir«, gab Lisa zu und klopfte sich den Schnee von der Hose. »Das nächste Mal bin ich vorsichtiger.«

Sie näherten sich dem Markt, hörten schon die Weihnachtsmusik und sahen die hölzernen Verkaufsstände, an denen viele Erwachsene und Kinder standen. Es wurden unter anderem gebrannte Mandeln, Zuckerwatte, Lebkuchenherzen, Bonbons, Schaumküsse und bunte Zuckerstangen angeboten.

 Enzo leckte sich die Lippen. »Ich hole mir eine Zuckerwatte.«

»Zuckerwatte klingt lecker«, bemerkte Ingo. »Aber ich werde mir lieber Lebkuchen holen.«

»Ich habe Lust auf gebrannte Mandeln«, teilte Lisa mit.


 

Georg schloss sich Lisa an: »Ich werde mir auch gebrannte Mandeln holen.«

Lisa stellte sich mit Georg hinter eine mollige Frau, die das Ende der 4-köpfigen Warteschlange am Süßwarenstand bildete. Enzo eilte zum Zuckerwattestand und Ingo zum Lebkuchenstand. Im Süßwarenstand arbeiteten zwei Bedienungen, daher mussten sie nicht lange warten und bald war nur noch eine mollige Frau vor Lisa.

Hinter sich hörte Lisa eine Kinderstimme: »Mama, mir ist kalt.«

»Wir holen nur ein paar Süßigkeiten und gehen nach Hause«, antwortete die Mutter des Kindes.

Lisa drehte sich um und sah eine junge Mutter mit ihrer etwa 5 Jahre jungen Tochter hinter Georg stehen.

»Gehen Sie doch bitte vor«, bot Lisa an.

»Oh Dankeschön«, bedankte sich die Frau und stellte sich mit dem Mädchen vor Lisa in die Schlange.

»Danke«, sagte auch das Mädchen schüchtern.

»Bitteschön, gerne«, antwortete Lisa lächelnd.

Nachdem die Mutter mit ihrer Tochter weg war, kam Lisa an die Reihe. Sie bestellte für Georg und sich zwei Tütchen gebrannte Mandeln. Als sie bezahlen wollte, griff sie in ihre rechte, danach in die linke Jackentasche.


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