Leseprobe (PDF Kinderbuch - Jugendbuch): 14 Die Diamanten von Venedig

Kinderbuch Jugendbuch ebook als PDF, Mobi und ePub erhältlich.

Die Frau des Juweliers bittet das IGEL-Team um Hilfe. Es geht um eine geheimnisvolle Lieferung unechter Diamanten, welche der Juwelier erhalten hatte. Als Absenderadresse war nur Venedig angegeben.

 

Wenige Tage nach der Lieferung wurde im Juwelierladen eingebrochen. Die Diamanten befanden sich im Safe, gestohlen wurde nichts. Da niemand dabei zu Schaden gekommen ist, hat die Polizei ihre Ermittlungen eingestellt.Das IGEL-Team soll sich nun mit dem Fall beschäftigen.

Hängt der Einbruch mit der mysteriösen Lieferung zusammen?

Die Spur führt nach Venedig.

Wird das IGEL-Team auch diesen Fall lösen?

Leseprobe

Die Frau des Juweliers

Ein bunter Schmetterling flatterte durch den weißen Bretterzaun und schwebte über den Rasen des Vorgartens der Familie Seifert. Die feinen Wassertropfen des Morgentaus an den Grashalmen glitzerten in der aufgehenden Sonne wie edle Diamanten. Wenige rosafarbene Wolken zogen über den zartblauen Himmel und versprachen einen herrlichen Frühlingstag. Unter den wärmenden Sonnenstrahlen öffneten sich langsam die Knospen der Büsche und Blumen und verwandelten den Vorgarten der Familie Seifert in ein buntes Blütenmeer, welches seinen süßlich blumigen Duft in der Umgebung verbreitete. Das Dach des gelben Hauses leuchtete orangefarben in der Morgensonne.

Plötzlich näherten sich Schritte. Ein molliger, schwarz gelockter Junge lief durch die Einfahrt und setzte sich auf der Stufe vor der Haustür nieder. Der Junge war der zwölfjährige Italiener Enzo Vangelista aus der Nachbarschaft.

Weil Enzos Eltern eine Pizzeria betrieben und daher nur wenig Zeit für ihren Sohn hatten, hielt er sich die meiste Zeit bei den Geschwistern Lisa, Ingo und Georg der Familie Seifert auf. Sie harmonierten als Team und waren richtige Detektive, denn sie konnten schon sehr viele Kriminalfälle gemeinsam aufklären und so manchen Täter überführen.Sie waren füreinander wie geschaffen und nannten sich als Detektive »IGEL-Team«, wobei sich »IGEL« aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen der vier Kinder zusammensetzte.

Wie jeden Morgen wartete Enzo auch heute, bis die Seiferts ihn endlich reinließen, damit sie gemeinsam frühstücken konnten.Heute freute sich Enzo besonders, denn die Osterferien standen bevor und das versprach, sehr abenteuerlich zu werden. So war es bisher nämlich immer, wenn Ferien waren. Zu diesem Zeitpunkt ahnte Enzo noch nicht, wie nahe das nächste Abenteuer bereits bevorstand.

Enzosaß einige Minutenauf den kalten Fliesen der Treppeund drehte sich ständig zur Tür um, um einen Blick durchs Milchglas zu erhaschen. Doch es war noch relativ ruhig im Haus und die Geschwister schienen noch zu schlafen.

Nur aus dem aufgeklappten Küchenfenster drangen Geräusche. Das war Frau Seifert, die das Frühstück vorbereitete. Als auch noch der Duft von frisch gebackenen Brötchen aus der Küche drang, rutschte Enzo unruhig auf der Treppe hin und her und konnte es kaum noch aushalten. Knurrend meldete sich sein Magen.

Minuten vergingen, die Sonne stieg höher und das Vogelgezwitscher wurde zunehmend lauter. Endlich hörte Enzo, wie die Fenster im oberen Stockwerk aufgingen. Er schaute hoch und sah, wie die Bettdecken zum Lüften über die Fensterbänke flogen. Kurz danach hörte er drinnen Schritte, die sich der Haustür näherten, bevor diese sich schließlich öffnete.


 

»Guten Morgen, Enzo«, grüßte ein blondes Mädchen mit Pferdeschwanz.

Das Mädchen war die elfjährige Lisa. Hinter ihr stand ihr Bruder Ingo, der über seine Brille hervorschaute. Er sah nicht nur intelligent aus, er war auch sehr intelligent und außerdem auch sehr geschickt. »Morgen, Enzo«, grüßte er knapp.

»Guten Morgen, Enzo«, sagte Georg, der dahinterstand und seine beiden Geschwister um mehr als einen Kopf überragte. Für seine dreizehn Jahre war er sehr groß und man hätte ihn ohne Weiteres auf neunzehn schätzen können.

»Guten Morgen, ihr Langschläfer«, grüßte Enzo fröhlich zurück.

Er begleitete seine Freunde in die Küche, wo Frau Seifert bereits den Frühstückstisch gedeckt hatte. Der Raum war erfüllt mit einem Duft von heißer Schokolade und frischen Brötchen. Die Mutter sah Lisa sehr ähnlich, nur dass ihr blondes Haar kürzer und gelockt war. Über ihrem zitronengelben Pullover und ihrer Bluejeans trug sie eine weiße Kittelschürze. Der Frühstückstisch sah sehr einladend aus. Ein Körbchen mit braunen, knusprigen Brötchen, verschiedene Marmeladesorten, Butter und Honig standen bereit.

 »Guten Morgen, Frau Seifert«, grüßte Enzo und setzte sich auf die Eckbank.

»Guten Morgen, Mama«, grüßten auch Lisa, Georg und Ingo.

»Guten Morgen, Kinder«, erwiderte die Mutter und füllte die Tassen mit heißer Schokolade und heißer Milch auf.

Wie immer schnitt sich Enzo gleich zwei Brötchen auf. Er bestrich eine Hälfte mit Kirschmarmelade, die andere mit Erdbeermarmelade, eine mit Pflaumenmus und die andere mit Honig. Erst dann fing er an zu essen. Es war eine Angewohnheit von ihm, erst alles vorzubereiten, um es dann zu genießen.

Lisa aß von ihrem Pflaumenmusbrötchen, trank einen kräftigen Schluck heiße Schokolade und warf einen Blick aus dem Fenster. »Das Wetter ist echt klasse heute. Wir wär's, wenn wir heute Morgen in den Park gehen und Federball spielen?«

»Danach spielen wir aber Fußball«, meinte Georg.


 

»Anschließend machen wir ein schönes Picknick«, ergänzte Enzo.

»Das Essen darf bei dir natürlich nicht fehlen«, neckte Lisa.

Einige Sekunden lang war es still. Alle schauten Ingo an und warteten auf eine Antwort. Der aber aß genüsslich sein Brötchen und war dabei so sehr mit seinem Klapprechner beschäftigt, dass er um sich herum, wie so oft, gar nichts mitbekommen hatte.

»Da bin ich froh, dass Ingo mit uns einer Meinung ist«, scherzte Lisa.

Enzo lächelte verschmitzt. »Ihm ist es völlig egal, was wir heute unternehmen.«

»Hört auf, Ingo zu ärgern«, mahnte die Mutter, die gerade an der Anrichte beschäftigt war.

»Das ist kein Problem, Mama. Er kann uns sowieso nicht hören«, alberte Georg.

Lisa grinste breit. »Dann kann ich ja jetzt sagen, dass ich gestern in seinem Zimmer war und seinen Leuchtglobus beschädigt habe.«

Plötzlich schaute Ingo auf. »Was ist mit meinem Globus?«

»Ach? Du bist auch noch da, Ingo?«, lachte Enzo.

»Nichts, ich wollte nur testen, ob du noch reagierst, oder ob wir einen Arzt holen müssen«, antwortete Lisa amüsiert.

»Einen Arzt?«, fragte Ingo kritisch. »Im Gegenteil. Ich habe die Fähigkeit, mich sehr gut zu konzentrieren, wenn ihr mich nicht gerade dabei stört. Das ist eine gute Eigenschaft.«

»Wir haben geplant, heute im Park Federball und Fußball zu spielen«, erklärte Georg unternehmungslustig.

»Und ein Picknick zu machen«, ergänzte Enzo.

»Das klingt nach Spaß«, willigte Ingo ein.

 


 

***

 

Nach dem Frühstück servierte die Mutter den Kindern als Vitaminzufuhr ein großes Glas frischen, kühlen Orangensaft. Nachdem die Gläser ausgetrunken waren, standen die Kinder frisch gestärkt vom Frühstückstisch auf, als plötzlich die Türglocke läutete.

Lisa blickte aus dem Fenster. »Da steht eine Frau an der Tür?!«

 »Ich geh schon«, meldete sich Georg freiwillig.

Als er die Haustür öffnete, stand ihm eine ältere Dame gegenüber. »Guten Morgen. Ich möchte gerne das IGEL-Team sprechen.«

»Guten Morgen. Um was geht es denn?«, wollte Georg wissen.

»Es ist eine längere Geschichte«, erklärte die Frau.

Lisa kam mit Ingo und Enzo aus der Küche. »Kommen Sie bitte mit uns nach oben«, bot Lisa an. »Dort können Sie uns alles in Ruhe erklären.«

Die Dame begleitete die Kinder in Ingos Zimmer, wo sie auf dem Stuhl am Schreibtisch Platz nahm. Die Kinderdetektive setzten sich aufs Bett und schauten sie erwartungsvoll an.

»Also«, begann die Frau. »Ich bin Frau Paul. Mein Mann und ich, wir haben seit fünfzehn Jahren den Juwelierladen in der Fußgängerzone.«

»Schön. Und was ist damit?«, drängte Enzo neugierig.

»Letzte Woche bekamen wir eine Lieferung. Auf dem Lieferschein stand, es wären Diamanten. Die Absenderadresse war unvollständig und es war nur Venedig angegeben. Wir öffneten die Päckchen und stellten fest, dass es sich um Glasdiamanten handelt.«


 

»Glasdiamanten?« Ingo rückte seine Brille zurecht. »Ist ja interessant.«

»Ihnen hat also jemand Glas als Diamanten verkauft?«, hakte Georg nach.

»Nicht verkauft«, stellte Frau Paul klar. »Der Absender ist unbekannt, die Lieferung war nicht bestellt und wir haben nichts dafür bezahlt.«

»Warum haben Sie diese Lieferung überhaupt angenommen, wenn sie nicht bestellt war?«, interessierte sich Lisa.

»Wir dachten, wir hätten einen Brief oder ein E-Mail übersehen, was diese Lieferung vielleicht erklären würde«, gestand Frau Paul. »Wir haben unsere gesamte Post der letzten vier Wochen durchgesehen, aber keinen Hinweis auf diese Sendung gefunden.«

»Folglich haben Sie eine kostenlose Lieferung von falschen Diamanten bekommen«, fasste Ingo zusammen.

»So ist es«, bestätigte die Frau. »Das Beste kommt aber erst noch.«

»Und das wäre?«, hakte Enzo nach.

Frau Paul beugte sich im Stuhl nach vorne. »Zwei Tage danach wurde bei uns eingebrochen, aber gestohlen wurde nichts.«


 

Ingo hob verwundert die Augenbrauen. »Gibt es da etwa einen Zusammenhang?«

»Mein Mann vermutet, die Einbrecher wollten vielleicht die falschen Diamanten holen. Wir beschlossen aber, diese im Safe einzuschließen, bis die Sache mit dem Absender geklärt ist, um sie eventuell zurückzuschicken«, erklärte Frau Paul.

Ingo kratzte sich am Kopf. »Demnach versuchten die Einbrecher, die falschen Diamanten zu stehlen?!«

»Was wollten die mit diesem wertlosen Plunder?«, fragte Lisa.

»Oh nein. Die Glasdiamanten sind nicht wertlos«, stellte Frau Paul klar. »Sie stammen wahrscheinlich aus einer der Glasfabriken bei Venedig, die sehr kostbare Glasware anfertigen. Sie sind zwar nicht so wertvoll wie Diamanten, aber dennoch nicht wertlos.«

»Was meint die Polizei dazu?«, interessierte sich Georg.

»Die Polizei sagt, weil kein erheblicher Schaden entstanden sei, können sie nichts in der Sache unternehmen. Sie haben einen Fingerabdruck gefunden, den sie in ihrer Fingerabdruckdatenbank nicht zuordnen konnten«, informierte die Frau.

»Könnten wir uns die Ware mal ansehen?«, bat Enzo.

»Ich bitte darum«, willigte Frau Paul ein.

Als die Kinder mit Frau Paul nach unten kamen, stand Frau Seifert im Flur.

»Frau Paul möchte, dass wir uns ihren Juwelierladen ansehen, weil dort eingebrochen wurde«, erklärte Ingo.

»Dürfen wir, Mama?«, flehte Lisa.

Frau Seifert zuckte mit den Schultern. »Meinetwegen. Seid aber vorsichtig, falls ihr wieder in irgendetwas verwickelt werdet.«


IGEL-Team Fancommunity zur Kinderbuchreihe

Über neue Bücher informieren lassen (von Redaktion) (Sa, 14 Okt 2017)
>> mehr lesen


Kinderbuchreihe IGEL-Team - Kinderkrimis bei Antolin


 Bücher finden

   

Das Management