Leseprobe (PDF Kinderbuch - Jugendbuch): 15- Ein eisiges Abenteuer

Kinderbuch Jugendbuch ebook als PDF, Mobi und ePub erhältlich.

Lisa, Enzo, Ingo und Georg freuen sich sehr. Die Weihnachtsferien haben begonnen und es schneit kräftig. Alles sieht anfangs nach geruhsamen Ferien aus, aber das soll sich schnell ändern. Denn schon sehr bald bekommen die Kinder als IGEL-Team eine Einladung aus Österreich. In einem Kurhotel tragen sich eigenartige Dinge zu, deren Ursache sie auf den Grund gehen sollen. Touristen werden bestohlen und die Gegenstände verschwinden wie von Geisterhand aus dem Hoteltresor, obwohl die Angestellten aufgrund der Diebstähle beim Verlassen des Hotels strengstens kontrolliert werden.
Wie schaffen es die Täter, die Beute aus dem Tresor zu entwenden, und wie schleusen sie diese trotz strengster Kontrolle aus dem Hotel?
Das IGEL-Team begibt sich auf Spurensuche und gerät dabei in ein gefährliches Abenteuer.
Kann das IGEL-Team die Diebstahlserie aufklären und der Gefahr entfliehen?

Leseprobe

Endlich Weihnachtsferien

Die elfjährige Lisa saß auf der Eckbank in der Küche, umklammerte ihre Tasse mit der dampfend heißen Schokolade und sah über ihre Schulter hinweg aus dem Fenster. Dicke Schneeflocken rieselten vom grauen Himmel herab, landeten an der Fensterscheibe und sanken langsam zum Fenstersims hinab. Der weiße Bretterzaun, der Rasen und die Büsche des Vorgartens waren dick mit Schnee bedeckt. Auch die Straße lag unter einer dicken, festgefahrenen Schneedecke, und selbst der frisch geräumte Gehweg war schon wieder zugeschneit.

Angenehm warme Heizungsluft stieg hinter der Eckbank empor und wärmte Lisa den Rücken. Aus dem Backofen strömte ein herrlicher Duft nach Weihnachtsplätzchen, der den ganzen Raum erfüllte. Frau Seifert stand an der Anrichte mit einem weißen Küchenschurz bekleidet und dosierte mit einer Tortenspritze den Kokosmakronenteig auf die Oblaten, welche sie zuvor auf einem mit Backpapier vorbereiteten Backblech ausgelegt hatte. Lisa drehte sich zum Tisch, strich sich eine lange blonde Haarsträhne aus dem Gesicht und biss in ihren knusprigen Toast mit Erdbeermarmelade.

Lisas Bruder, der dreizehnjährige Georg, den man aufgrund seiner Größe und Statur oft auf neunzehn Jahre schätzte, sah über Lisa hinweg zum Fenster. »Es schneit ohne Ende.«

Lisas zweiter Bruder, der zwölfjährige Ingo, sah über den oberen Rand seiner Brille hinweg in das Display des Klapprechners. Wie immer war er so abgelenkt, dass er um sich herum gar nichts mitbekam. So kannten sie ihn. Er las viel und seine Interessen waren vielseitig. Als Pfadfinder hatte er auch einige Tricks auf Lager. Er war ein hervorragender Denker mit handwerklichem Geschick.

»Ja, Georg. Das Wetter ist echt klasse. So wünscht man sich den Winter«, stimmte der zwölfjährige, schwarz gelockte Enzo zu.

Enzo Vangelista gehörte nicht zur Familie der Seiferts. Er war Italiener und wohnte in der Nachbarschaft. Seine Eltern betrieben eine eigene Pizzeria, waren immer mit ihrer Pizzaküche und dem Lokal beschäftigt und hatten daher wenig Zeit für ihn. Aus diesem Grund hielt sich Enzo die meiste Zeit bei den Seiferts auf. Er kam immer vor dem Frühstück zu seinen Freunden und blieb bis zum späten Abend. Lisa, Georg und Ingo waren wie Geschwister für ihn, ebenso würden sie auch nicht mehr auf Enzos Anwesenheit verzichten wollen. Weil Enzo mollig und oft hungrig war, liebte Lisa es, ihn aufgrund dessen zu ärgern. Aber es war auch umgekehrt. Lisa war sehr sportlich, aber die Kleinste und Schlankste unter ihnen, was wiederum Enzo dazu veranlasste, sich über sie lustig zu machen. Enzos Spezialität war es, täuschend echt Tierstimmen nachzuahmen, was ihnen in schwierigen Situationen oft aus der Klemme geholfen hatte.


 

Wie bei jedem Frühstück hatte Enzo auch an diesem Tag seine vier Toastscheiben penibel vorbereitet, bevor er mit dem Essen anfing. Eine Scheibe mit Pflaumenmus, eine mit Himbeergelee, eine mit Erdbeermarmelade und eine Scheibe mit Honig. Erst jetzt fing er an zu essen.

»Wir könnten im Vorgarten einen schönen, großen Schneemann bauen«, kam Lisa die Idee.

»Wir könnten aber auch eine Schneeballschlacht machen«, erwiderte Georg.

»Wie alt seid ihr? Drei?«, scherzte Enzo. »Wir suchen uns im Wald eine schöne steile Lichtung und fahren Ski und Schlitten.«

»Ich muss ungern zugeben, Enzos Idee ist gut«, antwortete Lisa erheitert.

»Natürlich ist die Idee gut«, lenkte Enzo ein. »Den Schneemann können wir ja trotzdem bauen, wenn du unbedingt willst.«

»Das machen wir«, freute sich Lisa. »Die Schneeballschlacht werde ich auch machen. Du musst ja nicht mitmachen, Enzo. Es reicht, wenn ich dich als Zielscheibe benutze.«

»Ha«, lachte Enzo. »Dazu musst du mich erst einmal treffen.«

»Bei deiner Körperfülle kann ich hinwerfen, wo ich will. Ich kann dich nie verfehlen«, neckte Lisa.

»Bis du deinen spindeldürren Arm mit dem schweren Schneeball gehoben hast, bin ich längst über alle Berge«, konterte Enzo lachend.

»Darf ich euch mal stören?«, redete Georg dazwischen. »Wie wäre es, wenn wir ohne Ingo gehen?«

Sofort hob Ingo den Kopf. »Was ist mit mir?«

»Ach. Guten Morgen, Ingo«, grüßte Georg. »Schön, dass du auch wieder bei uns bist. Wir hatten gerade den Tag geplant.«

»Was habt ihr geplant?«, wollte Ingo wissen.

»Wir bauen einen Schneemann, machen eine Schneeballschlacht und fahren Schlitten und Ski«, erklärte Lisa.

Ingo senkte seinen Kopf zum Display. »Okay.«

»Das klingt nicht gerade begeistert«, wunderte sich Georg.

 

 

*****

 Der Schneeräumdienst

Die Mutter stellte wie jeden Morgen den Kindern vier große Gläser Orangensaft auf den Tisch, damit sie zumAbschluss des Frühstücks ausreichend Vitamine für den Tag bekamen.

»Werdet ihr dieses Jahr die Weihnachtsferien zu Hause verbringen?«, fragte Frau Seifert, die befürchtete, die Kinder könnten sich langweilen und den ganzen Tag unruhig durchs Haus wuseln.

»Klar bleiben wir hier«, antwortete Lisa, wobei in ihrer Stimme etwas Bedauern mitschwang.

Georg nickte zustimmend. »Wir können hier auch viel unternehmen.«

Ingo klappte seinen Rechner zu. »Schade. Wie es scheint, muss ich wohl alleine nach Österreich fahren und meine Ferien in einem Kurhotel mit Thermalbädern verbringen.«

Georg, Lisa und Enzo sahen Ingo mit großen Augen an.

Dieser lächelte zufrieden. »Wir haben soeben eine Einladung von einem österreichischen Kurhotel bekommen«, fügte er lächelnd hinzu, worauf Enzo, Georg und Lisa ohrenbetäubend laut jubelten.

Die Mutter sah Ingo fragend an. »Wirklich? Wie kam es denn zu dieser Einladung?«

Ingo blickte nachdenklich zum Fenster, wo draußen immer noch dicke Schneeflocken herabrieselten. »Wir dürfen dort kostenlos die Ferien verbringen, wenn wir um das Hotel herum den Schnee wegräumen.«

Frau Seifert hob als Ausdruck von Ungläubigkeit die Augenbrauen. »Ihr sollte Schnee wegräumen? Wie kommen diese Leute ausgerechnet auf euch?«

»Wir haben einen Winterdienst auf unserer Homepage angeboten«, schaltete sich Enzo dazwischen. »Wir bieten an, Schnee wegzuräumen.«

Misstrauisch kniff die Mutter die Augen zusammen. »So, so, einen Winterdienst. Kann ich diese Homepage mal sehen?«

»Natürlich«, antwortete Ingo, klappte seinen Rechner auf und klickte die Webseite an, wo die Kinder tatsächlich ihre Dienste als Schneeräumer in der Ferienzeit anboten.


 

Der Mutter huschte ein Lächeln übers Gesicht. »Das ist hervorragend. Ich freue mich für euch.«

Die Anspannung war so groß, dass es die Kinder nicht mehr länger auf den Stühlen hielt. Sie sprangen auf und hüpften jubelnd in der Küche umher.

Enzo eilte nach Hause, um seinen Eltern die freudige Nachricht zu verkünden und seine Koffer zu packen. Unterdessen gingen Lisa, Georg und Enzo nach oben und packten ebenfalls ihre Koffer.

»Das ging ja schnell«, freute sich Georg. »Gerade erst gestern Abend haben wir die Webseite mit dem Winterdienst eingerichtet und heute haben wir schon einen Auftrag.«

»Ja«, stimmte Lisa zu. »So schnell hätte ich auch nicht damit gerechnet.«

Ingo sah seine Geschwister müde lächelnd an und Georg stutzte. »Was ist los, Ingo? Was hat dieser Blick zu bedeuten?«

»Lass mich raten«, zischte Lisa. »Das Hotel hat sich gar nicht für den Winterdienst bei uns gemeldet?!«

Ingo grinste breit und nickte. »Natürlich nicht. Seit einigen Wochen werden im Hotel Bergsicht Gäste bestohlen und daher wird das gesamte Personal jedes Mal beim Verlassen des Hotels durchsucht. Aber die Gegenstände sind und bleiben verschwunden, berichtete mir der Hotelbesitzer Herr Schlüter.«

»Hurra«, jubelte Lisa. »Wir fahren in ein Hotel, um einen Fall zu lösen.«

»Spitze! Wir haben einen neuen Fall als IGEL-Team«, ergänzte Georg fröhlich.

»Wie könnten die Diebstähle vor sich gehen?«, überlegte Lisa. »Wird das Diebesgut möglicherweise über einen Geheimgang abtransportiert?«

Georg blickte geheimnisvoll in die Runde. »Vielleicht ist der Täter auch gar nicht unter dem Personal zu finden?«


 

Die Tür flog auf und Enzo kam herein. »Alles erledigt. Meine Koffer stehen unten im Flur.« Er setzte sich auf den Fußboden auf den hochflorigen, weißen Flokati. »Das ist unglaublich. Der erste Auftrag für unseren Winterdienst, das ist wirklich schnell gegangen.«

»Fehlanzeige, Enzo«, neckte Lisa. »Wir wurden als IGEL-Team eingeladen, um eine Diebstahlserie aufzuklären.«

»Was?« Enzo schluckte. »Ich dachte, …«

»Falsch gedacht«, unterbrach Georg. »Das war nur eine Ausrede, damit sich unsere Eltern keine Sorgen machen.«

»Hurra, wir haben einen neuen Fall!«, jubelte Enzo. »Puh, das war gerade noch mal gut gegangen. Ich hatte echt befürchtet, wir müssten uns beim Schneeschippen abschuften, während die übrigen Hotelgäste einen entspannten Urlaub verbringen.«


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